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Micro vs. Mini Futures: MES vs. ES und MNQ vs. NQ erklärt

Wie sich Micro-E-mini- und E-mini-Index-Futures unterscheiden: das Verhältnis 1 zu 10, Tick-Werte, feinere Positionsgrößen, Kontraktlimits bei Prop Firms und Liquidität.

WeCore·Veröffentlicht ·4 Min. Lesezeit

Wer in Aktienindex-Futures einsteigt, stößt schnell auf zwei ähnliche Namen für denselben Index: ES und MES oder NQ und MNQ. Auf dem Papier ist der Unterschied simpel, doch er hat große Folgen für Risikomanagement, Positionsgröße und die Einhaltung von Prop-Firm-Regeln. Dieser Artikel erklärt die Unterschiede und wann welcher Kontrakt passt.

E-mini und Micro E-mini im Überblick

E-mini-Kontrakte wurden als kleinere Version der ursprünglichen Index-Futures eingeführt, die für die meisten Privattrader zu groß waren. Mit der Zeit wurden sie zu den wichtigsten und liquidesten Kontrakten auf US-Aktienindizes. Später ergänzte die CME Group Micro-E-mini-Kontrakte, die ein Zehntel so groß sind wie der E-mini.

Beide Kontrakte bilden exakt denselben Index ab, werden zu denselben Zeiten gehandelt, verfallen im selben Quartalszyklus und bewegen sich preislich nahezu identisch. Der eigentliche Unterschied ist die Größe: wie viele Dollar ein Punkt wert ist. Wenn Ticks und Multiplikatoren noch neu für Sie sind, beginnen Sie mit den Futures-Grundlagen.

Das Verhältnis 1 zu 10

Hier der Vergleich für die beiden beliebtesten Indizes:

IndexMini-KontraktPunktwertMicro-KontraktPunktwert
S&P 500ES$50MES$5
Nasdaq-100NQ$20MNQ$2

Alle vier Kontrakte haben eine Tick-Größe von 0,25 Punkten, daraus ergeben sich folgende Tick-Werte:

  • ES: $12,50 pro Tick
  • MES: $1,25 pro Tick
  • NQ: $5,00 pro Tick
  • MNQ: $0,50 pro Tick

Zehn MES-Kontrakte entsprechen wirtschaftlich also etwa einem ES-Kontrakt, zehn MNQ einem NQ. Ein hypothetisches Beispiel: Eine Bewegung von 20 Punkten im Nasdaq-100 ist bei einem NQ-Kontrakt $400 wert, bei einem MNQ-Kontrakt $40.

Warum Micros bei der Positionsgröße helfen

Der große Vorteil der Micros ist die Feinabstufung. Bei Mini-Kontrakten ist der kleinste Schritt in der Positionsgröße ein ganzer Kontrakt, und das ist ein großer Schritt. Mit Micros lässt sich das Engagement zehnmal genauer dosieren.

Ein hypothetisches Beispiel: Ein Trader will pro Trade höchstens $150 verlieren, und sein Stop liegt im NQ 25 Punkte vom Einstieg entfernt. Bei einem NQ-Kontrakt sind 25 Punkte $500, weit über dem Budget. Beim MNQ riskiert jeder Kontrakt mit demselben Stop $50, sodass drei Kontrakte genau ins Budget von $150 passen.

Micros eignen sich außerdem für Teilausstiege. Wer mehrere Micro-Kontrakte hält, kann einen Teil der Position am ersten Ziel schließen und den Rest für eine Fortsetzung laufen lassen, ohne das Gesamtrisiko zu erhöhen. Ansätze zur Positionsgröße finden Sie unter Methoden zur Positionsgröße.

Micros und Prop-Firm-Limits

Prop-Firm-Programme legen meist eine maximale Anzahl Kontrakte pro Konto fest und definieren manchmal eine Umrechnung zwischen Minis und Micros (zum Beispiel, dass ein Mini als eine bestimmte Anzahl Micros zählt). Die genauen Regeln unterscheiden sich zwischen den Firmen und ändern sich mit der Zeit. Prüfen Sie sie daher im offiziellen Help Center der jeweiligen Firma.

Neben den Kontraktlimits ist das Drawdown-Limit ein zentraler Faktor. Wenn der erlaubte Verlustspielraum eines Kontos begrenzt ist, kann schon eine normale Schwankung bei einem einzigen Mini-Kontrakt einen großen Teil davon aufzehren. Mit Micros handeln Sie denselben Index mit kleineren Dollar-Schwankungen und können das Risiko genau an Ihren Abstand zum Limit anpassen.

Liquidität und Kosten

Mini-Kontrakte gehören zu den liquidesten Futures der Welt, mit einem sehr tiefen Orderbuch. Auch Micros sind in aktiven Handelszeiten sehr liquide, doch die Tiefe pro Preisstufe ist geringer. Die meisten Privattrader merken das nicht, bei großen Orders oder in ruhigen Stunden lohnt sich aber ein Blick darauf.

Ein weiterer Punkt sind die Gebühren. Kommissionen und Börsengebühren werden in der Regel pro Kontrakt berechnet. Da es zehn Micros braucht, um das Engagement eines Minis zu erreichen, können die Gesamtkosten für dasselbe Engagement mit Micros höher sein. Prüfen Sie die Gebührenstruktur Ihres Brokers und rechnen Sie die Kosten pro Punkt aus. Slippage und Ausführungskosten behandelt ein eigener Artikel: Slippage und Ausführungskosten.

Wann welcher Kontrakt passt

Fragen, die bei der Entscheidung helfen:

  1. Wie viel wollen Sie pro Trade riskieren? Wenn der natürliche Stop Ihrer Strategie beim Mini Ihr Budget übersteigt, sind Micros die Lösung.
  2. Brauchen Sie Teilausstiege? Mehrere Micros bieten Flexibilität, die ein einzelner Mini nicht bieten kann.
  3. Wie groß sind das Konto oder der Drawdown-Spielraum? Ein relativ kleines Konto passt meist besser zu Micros.
  4. Wie hoch sind die Kosten pro Punkt? Bei größeren Engagements können Minis gebührentechnisch effizienter sein.
  5. Welche Regeln gelten für das Konto? Prüfen Sie Kontraktlimits und ein eventuelles Umrechnungsverhältnis bei Ihrer Prop Firm.

Häufige Fehler

  • Symbole in einem Alert oder einer Order verwechseln und NQ statt MNQ senden. Dieser Fehler verzehnfacht das Engagement.
  • Annehmen, der Punktwert sei bei Kontrakten auf verschiedene Indizes gleich. ES und NQ unterscheiden sich, ebenso ihre Micros.
  • Immer mehr Micros hinzufügen, "weil sie ja klein sind", bis das Gesamtengagement mehreren Minis entspricht.
  • Die Gebühren bei der Planung vergessen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Micro-E-mini-Kontrakte sind ein Zehntel so groß wie E-minis: MES bringt $5 pro Punkt gegenüber $50 beim ES, MNQ $2 pro Punkt gegenüber $20 beim NQ.
  • Die Tick-Größe ist gleich (0,25), daher beträgt auch der Tick-Wert ein Zehntel.
  • Micros ermöglichen präzise Positionsgrößen, Teilausstiege und eine bessere Abstimmung auf Drawdown-Limits.
  • Minis sind liquider und können bei größeren Engagements pro Punkt günstiger sein.
  • Die Kontraktregeln der Prop Firms ändern sich, prüfen Sie daher immer die offizielle Quelle.

In WeCore können Sie Risikokontrollen wie eine maximale Anzahl Kontrakte pro Konto festlegen. Selbst wenn ein Alert mit einer falschen Stückzahl eintrifft, überschreitet das System das von Ihnen gesetzte Limit nicht. Es lohnt sich, diese Einstellungen im Simulationsmodus zu testen, bevor Sie live handeln.

Quellen und weiterführende Literatur